Die Kunst der Mammutjäger

Wissenschaftliche Untersuchung einer Venusstatuette

Beitragsbild: Wissenschaftliche Untersuchung einer Venusstatuette in der Kunstkammer St. Petersburg
Copyright: Archäologisches Museum Hamburg

Vor mehr als 35.000 Jahren entstand die älteste figürliche Kunst der Menschheit. Diese archäologischen Zeugnisse der Eiszeit ruhen gut bewacht in den Tresoren großer internationaler Museen und finden weltweit Beachtung. Die aus Elfenbein, Knochen oder Stein geschnitzten Figuren wurden mit großer Kunstfertigkeit geschaffen. Mammut, Löwe oder Wildpferd waren beliebte Motive der eiszeitlichen Künstler – aber auch wunderbar abstrakte Frauenfiguren in vielen Varianten, die sogenannten Venusstatuetten. Seit der Auffindung der ersten Venusstatuetten der Altsteinzeit faszinieren diese die Menschen.  Erleben Sie jetzt diese Juwelen der Eiszeitforschung für wenige Wochen in Hamburg im Original!

Die einzigartigen Leihgaben aus St. Petersburg, insgesamt gut 50 Objekte, die ab 18. Oktober im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen sein werden, stammen aus einem eiszeitlichen Jagdlager bei Kostenki, in der Region Voronezh, am Westufer des Don. Die Originalfunde waren bislang nur russischen Wissenschaftlern zugänglich und sind bisher noch nicht international wissenschaftlich publiziert. Sie gehören zu der weltberühmten Sammlung der St. Petersburger Kunstkammer. Die aus Elfenbein geschnitzten Figuren stellen meist beleibte, unbekleidete Frauen dar und sind oft nur wenige Zentimeter groß. Die Art der Darstellung dieser steinzeitlichen Venusfiguren ist einfach und  meisterhaft zugleich. Zu den weiteren Kunstobjekten, die in der Ausstellung gezeigt werden, zählen reich verzierte Jagdwaffen, Knochenflöten, Tierdarstellungen und Schmuckstücke. Eine mehr als 35.000 Jahre alte Knochenflöte gilt als das bislang älteste Musikinstrument weltweit. Das Archäologische Museum Hamburg zeigt neben den einzigartigen russischen Leihgaben auch zahlreiche weltberühmte Kunstwerke der Eiszeit aus anderen Regionen Europas.

 

Copyright: MAE (Kunstkamera) RAS, St. Petersburg, Russia, MAE #4464-1

 

Faszinierende Spuren der Eiszeit auch bei uns
Die Eiszeit ist einer der spannendsten Zeitabschnitte der Erdgeschichte, und die Entwicklung des Menschen ist eng mit ihr verknüpft. Doch was wissen wir eigentlich über diese Epoche? Wie sah es in Hamburg während der Eiszeit aus? Welche Tiere bevölkerten die eiszeitlichen Steppen in unserer Region? Schon vor 14.000 Jahren hielten sich eiszeitliche Jäger in dem Gebiet des heutigen Hamburg auf. Sie hinterließen Waffen und Werkzeuge, die sie aus Stein und Knochen fertigten. Diese Funde sind Zeugnisse für das Leben der Menschen in der Altsteinzeit und zeigen eindrucksvoll ihre Lebensweise und die eiszeitliche Tierwelt. Die Ausstellung zeigt, dass auch vor unserer eigenen Haustür spannende und faszinierende Spuren vergangener Epochen zu finden sind. Das Museum gibt einen Blick frei auf herausragende eiszeitliche Fundstücke der eigenen Sammlung.  Außerdem sind typische, damals in Norddeutschland heimische Tierarten in lebensechten Nachbildungen zu sehen: Lebewesen, die heute fast märchenhaft erscheinen – Tiere von riesigem Wuchs und ungewöhnlichem Aussehen, die längst ausgestorben sind. Zu den beeindruckendsten Ausstellungsobjekten gehört ein fast vier Meter hohes Mammut.

Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise durch das Europa unserer steinzeitlichen Vorfahren!

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